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Seit ich denken kann, fühle ich mich zu Pferden hingezogen.

Die frühen Erfahrungen, die ich in Reitvereinen und Pferdehöfen machte waren sehr gemischt: einerseits genoss ich die Gesellschaft der Pferde und die Erfahrung der rhythmischen Bewegung, andererseits empfand ich den Unterricht oft als demotivierend. Mit dem dort vermittelten Konzept von Zwang, Druck und Gewöhnung ließen sich die Tiere nur leidlich unter Kontrolle halten, sobald sie aus ihrer Lethargie erwachten. So wollte ich nicht mit Pferden umgehen!

Auch das Ausprobieren verschiedener Reitweisen brachte nicht die ersehnte qualitative Verbesserung.

Mit sechzehn wurde ich Pferdebesitzerin- und erreichte meinen absoluten Tiefpunkt: mein Pferd führte mir meinen Mangel an Führungsqualität deutlich vor Augen, indem es sich mir und dem von mir ausgeübten Druck komplett verweigerte. Ich musste also neue Wege suchen, lernen auf mein Pferd zu hören und zu seinem „Leittier“ zu werden, ohne Druck auszuüben. Eine einschneidende Erfahrung, die bei mir die Weichen stellte für die Beschäftigung mit Didaktik, Psychologie, Soziologie und Körpersprache.

Mein Weg führte mich mit vielen Umwegen in eine faszinierende Welt, in der ich lernte, Pferde mit anderen Augen zu sehen: diese Tiere waren viel intelligenter, viel sozialer und viel empfindsamer als ich bisher erfahren hatte! Es taten sich ganz neue Möglichkeiten für einen erfüllten Umgang mit ihnen auf, die mein Leben seitdem enorm bereichern.

 

Nach mehreren Praktika auf verschiedenen Pferdehöfen, Reittherapiehöfen und in sozialen Einrichtungen sowie dem Studium der Pädagogik, Soziologie und Kinder- und Jugendpsychiatrie in Göttingen führte ich 1997-98 mein erstes eigenes Reittherapieprojekt im Rahmen meiner Magisterarbeit mit einem jugendlichen Strafgefangenen durch.

Während meiner darauf folgenden Tätigkeit mit verhaltensauffälligen und seelisch behinderten Kindern einer Stationären Einrichtung , schloss ich 2001 die berufsbegleitende Weiterbildung zur „Reittherapeutin HPA“ ab.

Seitdem bin ich als Reittherapeutin tätig: zunächst nebenberuflich neben der psychosozialen Arbeit mit gewaltbetroffenen Frauen und Kindern, später hauptberuflich.

2003 wurde ich Schülerin der Akademischen Reitkunst nach Bent Branderup. Diese Reitweise hat ein freudig mitarbeitendes Pferd zum Ziel, das durch gezielte Gymnastizierung in die Lage versetzt wird, den Menschen mit positiver Körperspannung harmonisch im Gleichgewicht zu tragen.